Projektbeschreibung

Zentrales Ziel des Projektes EASI ist es sowohl Auszubildende als auch Betriebe durch präventive, akute sowie längerfristige Maßnahmen zu unterstützen, um die Anzahl von Vertragslösungen und Ausbildungsabbrüche zu reduzieren. Diese Maßnahmen erfolgen durch die gezielte, individuelle und bedarfsorintierte Beratung, Unterstützung und Begleitung der Auszubildungsbetreuer im Projekt. Da die Zahl der Vertragslösungen und Ausbildungsabbrüche bei nichtdeutschen Auszubildenden signifikant höher ist, wird in der Konzeption auf die Bedarfe dieser Zielgruppe eingegangen.

Die sinkende Anzahl an abgeschlossenen Ausbildungen und Ausbildungsplätzen stellt ein zunehmendes Problem für Wirtschaftund Sozialpolitik dar, da hierdurch der Fachkräftemangel verstärkt wird. Verschärft wird die Problematik durch die anhaltend hohe Zahl an Vertragslösungen während der Ausbildung, die für Ausbildungsbetriebe Kosten verursacht und die Bereitschaft zur Ausbildung senkt, während sie gleichzeitig dazu führen, dass ausgebildete Kräfte dem Arbeitsmarkt erst später zur Verfügung stehen. Nach aktueller Schätzung des BIBB für den Berufsbildungsbericht 2022 wird die Zahl der Schulabgänger:innen in den Jahren 2024 höher ausfallen als 2020.

Zur Zielgruppe gehören Jugendliche und junge Erwachsene unter 30 Jahren
• die sich in einer Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung befinden und die so schwerwiegende Probleme in ihrem Ausbildungsbetrieb, in der Berufsbildenden Schule oder in ihrem sozialen Umfeld aufweisen, dass dies zu einem Ausbildungsabbruch führen könnte bzw. die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass sich an eine Einstiegsqualifizierung ein reguläres Ausbildungsverhältnis anschließt
• die beabsichtigen ihre Ausbildung abzubrechen
• deren Betrieb auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Ausbildung nicht fortsetzen kann.
Die Verweildauer der Teilnehmenden im Projekt wird im Regelfall bei 1-4 Monaten erwartet; abhängig von Problemlage, Motivation und Mitwirkung der Teilnehmenden kann jedoch ein längerer Zeitraum notwendig sein, um die Nachhaltigkeit der Maßnahme sicherzustellen.

Darüber hinaus dienen die Projekte als Ansprechpartner für:
• Ausbilderinnen und Ausbilder in den Unternehmen
• Fachkräfte in einer Einstiegsqualifizierung
• Lehrkräfte in den Berufsbildenden Schulen
• Erziehungsberechtigte

Maßnahmen
Im Projekt sind zwei unterschiedliche Ansätze von Formaten geplant. Hierzu gehören einmal präventive Maßnahmen und einmal Maßnahmen zu akuten Bedarfen. Für diese Fälle muss die Fachkraft im Projekt schnell und lösungsorientiert vorgehen (Krisenintervention, Mediation, Kurzeit-Coaching).

• BasisChecks zur Annäherung an die
jeweilige Problem- und Erwartungslage
• Ganzheitliches Coaching mit prozessorientierter Begleitung. Inhaltesanpassung an die Problematik der Auszubildenden
• Einsatz von ressourcenaktivierenden und motivationsfördernden Methoden
• Elemente aus der Biographiearbeit und lebensweltorientierten Beratung
• Interkulturelle Kommunikation im Ausbildungskontext
• Förderung sprachlicher Kompetenzen:
Bei Bedarf werden den Teilnehmenden entsprechend geeignete Kurse vermittelt
• Ebenso werden die Inhalte der Module Europa und ich und Grundlagen finanzieller Lebensführung (inkl. Schuldenvermeidung) angeboten.

Präventiv-Maßnahmen:

  1. Fragebogen & Interviewleitfaden
  2. Coaching/Beratung & interkulturelle Coachings
    in den Ausbildungsbetrieben
  3. Workshops für Eltern
  4. Einzelberatung & Gruppenberatung
  5. Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für
    Auszubildende

Zuwendungsgeber

Die Projektteilnahme ist kostenfrei; ermöglicht durch die Arbeitsmarkt­initiative #rechargeRLP. Sie wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung RLP aus Mitteln des EU-Hilfsprogramms REACT-EU über den Europäischen Sozialfonds (ESF) umgesetzt.